11111 Überlingen St. Jodok - KONSERVIERUNG UND RESTAURIERUNG VON WANDMALEREI, ARCHITEKTUROBERFLÄCHE UND STEINPOLYCHROMIE

Überlingen St. Jodok

Zusammenfassung

Die in der Mitte des 15. Jahrhundert erbaute Jodokuskapelle im Zentrum der Stadt Überlingen am Bodensee ist im Innenraum heute stark durch umfangreiche Freilegungen um 1900 geprägt. In Folge dieser sind an den Wandflächen  Malereien aus verschiedensten Gestaltungsphasen nebeneinander zu finden.

In dieser Arbeit wurde eine Raumachse im Innenraum, an der Malereien aus drei unterschiedlichen Entstehungszeiten nebeneinander zu finden sind, näher untersucht und für diese ein Konservierungs- und Restaurierungskonzept entwickelt.

Bei den untersuchten Malereien handelt es sich zum einen um ein Triptychon, das vermutlich 1515 entstanden und  in Temperatechnik ausgeführt ist. Es zeigt die Darstellungen von Christus am Ölberg im Mittelteil und die Verkündigung  mit Maria und Gabriel in den beiden Seitenteilen. Die Malschicht ist durch die Aufhackung in Folge der Überputzung und die anschließende Freilegung stark reduziert. Neben diesen Fehlstellen befinden sich jedoch auch intakte und sehr gut erhaltene Malschichtbereiche. Das Erscheinungsbild der Malerei wird heute maßgeblich durch die stark verfärbten aufliegenden Retuschen und den bei der letzten Restaurierung aufgebrachten Überzug geprägt.

Die obere Rahmung der Ölbergdarstellung ist mit einem rot gelben Blattfries in Temperatechnik übermalt. Mit diesem wurde bei einer Renovierungsmaßnahme vermutlich die gesamte graue Umrahmung der Ölbergszene überdeckt. In den unteren Bereichen wurde er jedoch bei der Freilegung abgenommen und die Reste grau überfasst.

Über dem Blattfies befinden sich die in der Mitte des 17.Jahrhundert entstandenen Darstellungen der Nothelfer. Ihr Malschichtbestand ist extrem reduziert und ihr Erscheinungsbild wird stark durch die teils rekonstruierenden Retuschen der letzten Restaurierung geprägt.

Das entwickelte Konzept befasst sich neben den konservatorischen Maßnahmen auch mit der Entwicklung eines schlüssigen Präsentationskonzeptes, das sowohl die Gesamtsituation des Raumes, wie auch die Erhaltungszustände der einzelnen Malereien berücksichtigen.

 

Abstract

The interior of the church St. Jodokus, which was built in the middle of the 15th centu-ry and today is located in the center of Überlingen, is mainly formed by the uncover-ings around 1900. As a result of these operations the walls are showing side by side paintings from different formation phases today.

In this thesis a part of the southern wall with paintings from three different formation phases was examined and a concept for it´s conservation and restoration was devel-oped.

One of the examined paintings is a triptychon, which is presumably originated in 1515 and is constructed in tempera. It shows the Gethsemane scene in its middle part and in the side parts the Annuntiatio in form of Maria and Gabriel. The painting is strongly reduced caused by the covering and uncovering with plastering. Beside these blemishes parts of the surface are in good condition. Today the appearance of the painting is mainly formed by the strong change of color of the retouching, and the varnish, that has been applied during the last restoration.

The top of the Gethsemane-scene´s frame is painted over with an ornament in red and yellow in tempera. The whole frame has presumably been painted over in a renovation. Today it’s not visible any more at which parts, because it has been partially taken off during the uncovering and the fragments have been painted over in grey.

Above the ornament are paintings of the helpers in need, originated in the in the middle of the 17th century. They are extremely reduced and their appearance is strongly formed by the partially reconstructing retouching of the last restoration.

The developed concept is not only dealing with recommendations of methods for the conservation, but also with the development of a coherent concept for the presentation that involves the overall view of the interior and the conditions of the individual paintings.

Erstbetreuer: Prof. Dipl. -Rest. R. Lenz
Zweitbetreuer: Prof. Dipl. -Rest. V. Schaible

Landesdenkmalpflege: Dr. Dipl.-Rest. D. Jakobs
M. Görlich

Erzbischöfliches Bauamt Freiburg: Dipl.Ing. U. Meier

Auftraggeber: Kath. Kirchengemeinde Überlingen, Pfarrer Weber

Verfasserin: Ramona Proske

August 2013