11111 MÖRTELERFASSUNGSBLATT nach Lenz - KONSERVIERUNG UND RESTAURIERUNG VON WANDMALEREI, ARCHITEKTUROBERFLÄCHE UND STEINPOLYCHROMIE

MÖRTELERFASSUNGSBLATT nach Lenz

Die Entwicklung des Mörtelerfassungsblattes geht auf das Bestreben zurück, Mörtel für restauratorische Zwecke vergleichbar zu erfassen. Insbesondere für die werktechnische Untersuchung und vergleichende Mörtelanalyse im Bereich der Bau- und Mörtel- forschung ist dieses Erfassungsblatt von Roland Lenz, ausgehend von der Seminar- und Diplomarbeit an der HfBK Dresden und langjähriger Weiterentwicklung in freiberuf- licher Tätigkeit, für restauratorische Mörteluntersuchungen und –analysen entwickelt und angewendet worden. Das Erfassungsblatt wurde in zahlreichen Lehrveranstaltungen, im sog. “Mörtelseminar” des Autors an der HfBK Dresden sowie an der ABK Stuttgart, als didaktisch anschauliche Herangehensweise bei der Mörtelanalyse eingesetzt.

Mörtelanschliff mit Hochofenschlacke als Zuschlag (Kloster Ilsenburg)

Bei folgenden Aufträgen für Mörteluntersuchungen wurde das Mörtelerfassungsblatt genutzt (Auswahl):

Kloster Ilsenburg (2001), Palais im Großen Garten (HfBK Dresden / 2001), Burg Mildenstein (2002), Burg Stolpen (2003/2004), Herkulaneum (HfBK Dresden / 2005), Forschungsgrabung Magdeburger Dom (seit 2003 andauernd).

Das zunächst als analoges Erfassungsblatt genutzte Schema zur Beschreibung von Mörteln wurde Anfang 2000 in ein digitales Erfassungsblatt auf Basis einer Datenbanksoftware (FileMaker) umgewandelt, so dass sowohl bei der Eingabe der relevanten Daten als auch bei der Datenabfrage und -sortierung eine wesentlich bessere und rationellere Handhabung erzielt werden konnte.

Der Algorithmus des Erfassungsblattes beruht im Wesentlichen auf der makro- und mikroskopischen Analyse des Mörtelanschliffs und kann durch Analysen am Dünnschliff und Siebanalysen sowie weitere naturwissenschaftliche Untersuchungen ergänzt werden. Durch die Trennung der Beschreibung hinsichtlich des Gefüges, der Matrix und der Struktur, welche sich an der geologischen Herangehensweise zur Beschreibung von Gesteinen orientiert, können bereits am Anschliff die wesentlichen Merkmale eines Mörtels erfasst werden. Die für die Analyse von historischen Mörteln besonders wichtigen Bindemittelpartikel, welche Aufschluss über das verwendete Bindemittel geben, sind im Erfassungsblatt gesondert unter „Struktur“ aufgenommen worden. Durch diese Trennung können alle makroskopisch oder mikroskopisch sichtbaren Partikel (BM-Partikel und Zuschläge) getrennt aufgenommen und beschrieben werden. Aus diesen Beobachtungen heraus können Ableitungen der jeweiligen Bindemittelgruppe (Lehm, Kalk, Gips, Zement)  erfolgen bzw. weitere analytische Fragestellungen formuliert werden.

Das unten gezeigte Beispiel eines ausgefüllten Erfassungsblattes stammt aus dem Projekt Forschungsgrabung Magdeburger Dom. Je nach durchgeführten Analysen oder erweiterter Fragestellung  können entsprechende Seiten an die eigentliche, erste Erfassungsseite angehängt werden.

  1. Erfassungsblatt mit Bild des Mörtelanschliffs
    • Identifikation
    • Gefüge
    • Matrix
    • Struktur
      • Bindemittelpartikel
      • Zuschläge
    • Zusätze
    • Bemerkung
  2. Dünnschliffuntersuchung
  3. Daten und Auswertung der Siebanalyse
  4. Abbildung der Befundstelle
  5. Abbildung des Mörtelanschliffs (groß)

Der Umgang mit dem Erfassungsblatt und der Datenbank sowie die Bestimmungs- und Analyseschritte sind Bestandteil des Unterrichts im Studiengang.

Eine Vorlage für die Datenbank ist beim Autor erhältlich und kann unter Wahrung der Urheberschaft genutzt werden.

 

Mörtelerfassungsblatt 1

 

Mörtelerfassungsblatt 1

 

Mörtelerfassungsblatt 1

 

Mörtelerfassungsblatt 1

 

Mörtelerfassungsblatt 1