11111 Studie zum Umgang mit Wandmalereifragmenten – Beitrag zur Erforschung des technologischen Aufbaus römischer und frühmittelalterlicher Wandmalerei aus dem süddeutschen Raum - KONSERVIERUNG UND RESTAURIERUNG VON WANDMALEREI, ARCHITEKTUROBERFLÄCHE UND STEINPOLYCHROMIE

Studie zum Umgang mit Wandmalereifragmenten – Beitrag zur Erforschung des technologischen Aufbaus römischer und frühmittelalterlicher Wandmalerei aus dem süddeutschen Raum

KURZFASSUNG

Zerstörerische Prozesse auf Wandmalereien werden systematisch erfasst. Einzelbeispiele aus der Restaurierungsgeschichte zeigen, welche Methoden im Umgang mit Wandmalereifragmenten entwickelt wurden. Aufgrund ihrer Präsentationskonzepte werden sie in Gruppen eingeteilt. Aus dieser Studie resultieren Empfehlungen für einen künftigen Umgang mit Wandmalereifragmenten. Beispielhafte Restaurierungsmethoden, welche den, einem Werk immanenten, Informationsgehalt respektieren und die Möglichkeit einer kontrollierten Entrestaurierung offen halten, kommen neben der Durchführung technologischer Untersuchungen besondere Bedeutung zu.

Eine systematische Auswertung des Fragmentbestandes in Baden-Württemberg liegt bisher nicht vor. Im Zentralen Fundarchiv in Rastatt, im Depot des Württembergischen Landesmuseums in Vaihingen und in den Restaurierungswerkstätten des Landesamts für Denkmalpflege in Esslingen werden zahlreiche Wandmalereifragmente römischer und frühmittelalterlicher Provenienz archiviert, die Gegenstand einer technologischen Untersuchung waren. Auswertungsergebnisse von Mörtelanschliffen, Dünnschliffen sowie mikroskopischen Untersuchungen der Malschicht, Pigmentbestimmungen und Bindemittelanalysen werden in einer Datenbank verarbeitet, die als Grundlage für die Fortführung einer standardisierten Datensammlung dienen soll.

 

ABSTRACT

Destructive processes on wall paintings were systematically registered. Selected examples from the history of conservation demonstrate the techniques developed to deal with wall painting fragments. They are classified into groups according to their presentation-concepts. Proposals resulting from this study are made for the future treatment of such fragments. Techniques of conservation which respect the immanent information-content of the object and leave open the possibility of controlled deconservation as well as technological analyses are of particular relevance.

A systematic evaluation of the inventory of fragments from Baden-Wurttemberg did not previously exist. A multitude of fragments of wall painting of roman and early medieval provenance stored in the “Zentrale Fundarchiv” in Rastatt, the “Depot des Württembergischen Landesmuseums” in Vaihingen and the “Restaurierungswerkstätten des Landesamts für Denkmalpflege” in Esslingen were subjected to technological analyses. The results of the analyses of plaster microsections and thin sections, microscopic examinations and pigments identification as well as binder analyses were stored in a database. This database will provide a basis for the continuation of standardized data collection.

Abb. 01: Rottenburg, Bad II, Bauphase 1, römisches Wandmalereifragment, Malerei (Foto: A. Brodbeck)

Abb. 02: Rottenburg, Bad II, Bauphase 1, Mörtelanschliff (Foto: A. Brodbeck)

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 03: Rottenburg, Bad II, Bauphase 1, Sinterschicht auf Lehm-Kalkmörtel, Dünnschliff, 200-fache Vergrößerung (Foto: A. Brodbeck)

Abb. 04: Rottenburg, Bad II, Bauphase 1, Feinschicht und Malschicht, Dünnschliff, 200-fache Vergrößerung, Auflicht (Foto: A. Brodbeck)

 

 

 

 

 

 

 

 

Erstbetreuer: Dr. h.c. H. F. Reichwald
Zweitbetreuer: Prof. Dipl.-Rest. V. Schaible

Verfasserin: Anja Brodbeck

Juni 2007

Kontakt: brodbeck.anja@t-online.de