11111 Metallauflagen auf Stuck am Beispiel der Sommerabtei im Kloster Ottobeuren - KONSERVIERUNG UND RESTAURIERUNG VON WANDMALEREI, ARCHITEKTUROBERFLÄCHE UND STEINPOLYCHROMIE

Metallauflagen auf Stuck am Beispiel der Sommerabtei im Kloster Ottobeuren

Kurzfassung

Metallauflagen auf Stuck aus der Zeit des 18. Jhs. sind in Deutschland überwiegend im Süden zu finden. Die Wirkung der in unterschiedlichen Farbigkeiten glänzenden Oberflächen von Silber, Zwischgold, wie auch der unedlen Metalle wurde bewusst teilweise neben bzw. zusammen mit Blattgold eingesetzt und nicht nur als günstiger Ersatz verwendet. In der Sommerabtei des Klosters Ottobeuren sind in drei Räumen Metallauflagen im noch originalen, nicht überarbeiteten Zustand zu finden, bei denen es sich um Silber, Zwischgold, Kupfer sowie eine Bronze (aufgestrichenes Messingpulver) handelt. Die größtenteils korrodierte Fassung befindet sich in einem kritischen Zustand und ist durch aufstehende und bereits abgefallene Schollen in ihrem Bestand stark gefährdet. Durch verschiedene Analysen (Mikroskopie im Auf- und UV-Licht, Rasterelektronenmikroskopie, mikrochemische Analysen) konnten zwei unterschiedliche Aufbauten der Fassung ermittelt werden mit dem Ziel ein Konzept zu deren Erhaltung zu finden. Die Blattmetalle sind auf jeweils einer ölgebundenen Schicht unterschiedlicher Farbigkeit angelegt, die auf einer, als Isolierung auf den Stuck aufgebrachten, Leimschicht liegt. Für die Konservierung wurden verschiedene Festigungsmittel getestet und Möglichkeiten zum weiteren Umgang mit den Fehlstellen und der anschließenden Präsentation der gealterten, patinierten Metallfassungen angedacht.

Abstract

Metal-applications on decorative plasterwork of the eighteenth century are found in Germany mainly in southern regions. The effect of the surfaces of silver, zwischgold (a laminate of gold and silver) and non-precious metals, which shine in different colours, was in part intentionally used alongside with leaf gold and not only as a cheap replacement. In the summer abbey of the monastery in Ottobeuren those

applications, in this case silver, zwischgold, copper and (powdered) brass, in their original, unrevised condition are found in three rooms. This version, which is largely corroded, is in a bad condition and in danger of its deterioration or even falling down. By different analyses (microscopy, scanning electron microscopy and micro-chemical analysis) it became possible to detect two different sequences of layers with the aim to find a concept for their preservation. The metal leaves are each applied to an oil-bound layer of different hues, which is put on a glue layer, applied as insulation to the stucco. For the conservation several agents for consolidation have been tested and possibilities for the further treatment of the flaws and the following presentation of the altered and patinated metal-applications have been assessed.

mittlerer Bereich des Kaminaufsatzes in einem der Räume der Sommerabtei mit Kupfer-, Silber- und Zwischgoldauflagen (Foto: K. Liebstückel)

Detail; mit Silber metallisierte Rücklagenfläche in der rechten Hälfte des Kaminaufsatzes im Streiflicht (Foto: K. Liebstückel)

 

 

 

 

 

 

 

Erstbetreuer: Dr. h.c. H. F. Reichwald
Zweitbetreuer: Prof. Dr. C. Krekel

Verfasserin: Kerstin Liebstückel

Juni 2007

Kontaktadresse: kerstin.liebstueckel@gmx.de