11111 ´Basler Triptychon´, 1960, Otto Herbert Hajek – Erstellung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts - KONSERVIERUNG UND RESTAURIERUNG VON WANDMALEREI, ARCHITEKTUROBERFLÄCHE UND STEINPOLYCHROMIE

´Basler Triptychon´, 1960, Otto Herbert Hajek – Erstellung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts

Zusammenfassung

In den 1950 und 1960 Jahren wurde von vielen Bildhauern, so auch von dem ehemals in Stuttgart ansässigen Künstler Hajek (1927-2005), bewehrter „Modellierbeton“ verwendet, um großformatige Kunstwerke in ungewöhnliche Formen zu schaffen. Dieses Material ermöglichte es Hajek seine Auffassung – Kunst forme den Raum und macht diesen für den Betrachter begreifbar – umzusetzen.

Die Aufarbeitung, Präsentation und Vermarktung eines Großteils seines umfassenden Werkes übernimmt seit 2005 die Otto Herbert Hajek Stiftung der Sparda-Bank Baden-Württemberg (Hajek Museum).

Hajek erarbeitete schon frühzeitig raumgreifende Plastiken, unter anderen das in der Literatur bisher kaum verzeichnete Werk „Basler Triptychon“, 1960. Es handelt sich hierbei um eine 3teilige, farbig gefasste Plastik (Breite:7m, Höhe: 2m, Tiefe:1m) aus verschiedenen, hydraulisch gebundenen Mörteln mit einer Tragekonstruktion aus Ziegeldraht und Eisenrohren, die neben anderen Werken, für eine Einzelausstellung in Basel angefertigt wurde.

Die damalige Annahme, Zementmörtel/Beton sei ein dauerhaftes Material, bewahrheitete sich nicht. Bedingt durch die Präsentation bei freier Bewitterung weisen die Objekte eine stark korrodierte Bewehrung auf, die zu erheblichen Verlusten des Mörtels führt. Die Erarbeitung eines geeigneten Korrosionsschutzes stellt sich daher als unabdingbar für den Erhalt der Plastik dar.

Dies konnte durch die Finanzierung der Otto Herbert Hajek Stiftung im Rahmen einer an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, unter Betreuung von Prof. Dipl.-Rest. R. Lenz, verfassten Diplomarbeit untersucht werden. Ziel der Arbeit war es, auf Grundlage einer, insbesondere die Konstruktion und den Mörtel betreffenden Bestand- und Schadensermittlung, ein geeignetes Konservierungs- und Restaurierungskonzept zu erarbeiten. Es wurden Testreihen hinsichtlich einer Repassivierung der bedeckten Bewehrung durchgeführt. Ansatzpunkt war die Herstellung einer die Korrosion ummantelnden, hochalkalischen Schicht, die ein Voranschreiten der Korrosion unterbindet und gleichzeitig einen maximalen Bestandserhalt ermöglicht. Die getesteten Materialen zeichneten sich vor allem durch ihre sehr geringe Partikelgröße und modifizierten Transportmedien aus.

Die gewonnen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für notwendige weiterführende interdisziplinäre Forschungsarbeiten, die, neben der Zusammensetzung und Verarbeitung möglicher zur Konservierung nutzbarer Materialien, vor allem Langzeittests hinsichtlich einer dauerhaften Repassivierung der Bewehrung beinhalten sollten.

„Basler Triptychon“, Otto Herbert Hajek, ausgestellt vor dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt, 1963 Quelle: Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Bildmontage der Durchstrahlprüfung. Dabei sollte zum einen der Aufbau der Konstruktion geklärt und zum anderen der Schädigungsgrad durch die Korrosion analysiert werden. Quelle: Reinecke, 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

Korrosionsabsprengungen an der Rückseite der Plastik Quelle: Reinecke, 2011

Dünnschliff – Einwanderung der Korrosionsprodukte in das Zementmörtelgefüge Quelle: Reinecke, 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

Hajek Museum

 

Erstbetreuer: Prof. Dipl. -Rest. R. Lenz
Zweitbetreuer: Prof. Dr. G. Grassegger-Schön

Auftraggeber: Sparda Stiftung

Verfasserin: Marie-Luise Reinecke

August 2011

Kontaktadresse: marie.reinecke@gmx.de